.edu .org .at .ch .de .uk Blogger hier
Bereitschaftsfront

„Daß du nicht weißt, was dir frommt, des faß ich jetzt deines als Pfand!“
Eesti
English

25. März 2017

Die Formen des Begriffs Gottes

Wie ich im Beitrag Die richtende Vierteilung unseres Denkens schrieb, richten wir die Gegenstände der vier Bewußtseinsbereiche im Hinblick darauf, wie gemäß sie dem Wesen der entsprechenden Seelenteile sind.

Einer dieser Bewußtseinsbereiche, die Vergegenwärtigung, bezieht sich auf unsere Anpassung an unsere Lage, welche wir durch Stolz und Schmach richten, was eine rein persönliche Angelegenheit ist und nicht göttlich aufgeladen.

Die übirgen Gegenstände können dies hingegen sein, das heißt, wir richten nicht bloß
  • Geschehen durch Glück und Unglück,
  • Möglichkeiten durch Wertschätzung und Widerwärtigkeit und
  • Ordnungen durch Liebe und Haß,
sondern auch durch die über Glück, Wertschätzung und Liebe hinausgehenden Formen des Begriffs Gottes, oder auch der Heiligkeit.

Die heilige Steigerungsform der Liebe ist die erlösende Liebe, welche eine Ordnung begleitet, deren Erkenntnis der Seele Frieden gibt.

Die heilige Steigerungsform der Wertschätzung ist die im Beitrag So sei denn das Ungewisse angesprochene göttliche Aufgehobenheit, welche eine Handlungsmöglichkeit begleitet, deren Ergreifung der Seele das Gefühl der göttlichen Anerkennung gibt, wie sie in den Worten: Dies ist mein lieber Sohn. zum Ausdruck kommt.

Handauflegen und dergleichen mehr (einschließlich der Taufe) können Anflüge dieser Aufgehobenheit erzeugen, aber ihr voller Eindruck erfordert eine wesentliche christliche Tat, soll heißen, eine wesentliche Tat, welche den eigenen Kriterien der Heiligkeit entspricht, welche indes für gewöhnlich auf den gesalbten Kanonisator, welcher dadurch Pantokrator ist, zurückgehen.

Mit anderen Worten, sobald man sein Vorbild erreicht, darf man sich auch einmal als Gottes Kind fühlen.

Und die heilige Steigerungsform des Glücks ist die glühende Durchdrungenheit, welche ein Geschehen begleitet, durch welches man Gottes Stärke beweist, und welche der Seele einen Geschmack von Gottes Herrlichkeit gibt.

Dieses Gefühl erfüllte plötzlich meine Brust, als ich letzte Johannisnacht am Felliner See neben dem Feuer stand und in den Himmel blickte, ich weiß nicht mehr genau wann, grob gegen 11 Uhr Ortszeit, also 9 Uhr englischer Zeit. Nicht, daß ich da irgendetwas besonderes getan hätte, aber ich wußte, was es hieß: Die Leute hatten den Teufel tatsächlich zum Teufel gejagt!

Die persönlich zurücksetzenden ideellen transzendenten Akte sind nichts anderes als die Bekenntnisse zu diesen Formen der Heiligkeit:
  • der Anschluß an das Zeitalter der Werke erfolgt durch das Bekenntnis zur erlösenden Liebe,
  • der Anschluß an das Zeitalter der Wunder erfolgt durch das Bekenntnis zur göttlichen Aufgehobenheit und
  • der Anschluß an das Zeitalter der Wacht erfolgt durch das Bekenntnis zur glühenden Durchdrungenheit.

Labels: , , , , , ,

Reisende auf der Kippe

Da immer mehr Leute im Laufe des Spiels ausscheiden,
wird der Punkt kommen,
an welchem die Ausgeschiedenen bemerken,
daß es in ihren Händen liegt, nach Jerusalem zu ziehen.

Labels: , , , , ,

Die "Trumpcare"-Blamage: Was wissen Sie darüber?

Warum ist "Trumpcare" im Repräsentantenhaus gescheitert?

Was paßte den republikanischen Abweichlern nicht?

Der große Presse-Check

Le Monde
L’aile droite républicaine, représentée par le Freedom Caucus, jugeait pour des raisons idéologiques le texte trop proche de l’Obamacare.
Neue Zürcher Zeitung
Konservative, die das Gesetzesprojekt in erster Linie zu Fall brachten, sahen in der Vorlage von Trump und Ryan ein Fall von «Obamacare light». Sie hätte in deren Augen viel zu viel staatliches Geld umverteilt, obwohl die Versicherungspflicht weggefallen wäre.
The Independent
Despite several concessions and promises being made, Freedom Caucus members still had major concerns about provisions such as the "essential health benefits"; a list of required items that insurance companies must cover for each person under Obamacare regulations.
Der Journalist signalisiert anderen Wissenden, daß er weiß, worum es geht (such as), aber läßt die Unwissenden im Unklaren.

Veit Medick (No way, me laddie! Just look in the mirror.)
Erstens wissen wir nun, dass Donald Trumps vermeintliches Verhandlungsgeschick ein großes Märchen ist. [...] Zweitens wissen wir, dass seine Drohungen niemanden wirklich ins Schwitzen bringen, nicht einmal seine eigenen Leute. [...] Drittens wissen wir, dass die Republikaner wirklich in jenem schlechten Zustand sind, den vor der Wahl so viele diagnostizierten. [...] Viertens wissen wir, dass Trumps restliche Agenda jetzt auf der Kippe steht.
La crème de la crème!

Labels: , , , ,

24. März 2017

Die Geschichte des Abendlands?


Angewandter Platonismus. Wie sehr die letzten Tage wohl verkürzt werden?

Labels: , , , , , , , ,

23. März 2017

So sei denn das Ungewisse

Wenn Gott wirklich wie ein Vater ist,
so gibt es bestimmt auch eine Stelle,
an welcher er uns gerne sähe,
und zum ersten Mal in meinem Leben
habe ich eine entfernte Ahnung davon,
wo die meine sein könnte.

Ich bin in einer merkwürdigen Lage,
Gott hat mich erhört,
die Geschichte entspinnt sich,
zwar jenseits meiner Klugheit,
dennoch gemäß meiner Erwartung
(auf den Tag genau drei Jahre vor dem Brexit,
lange vor Merkels Eskapaden),
und doch bin ich völlig beziehungslos,
so tot, daß die Welt selbst tot scheint.

Aber immerhin bemerke ich das nun,
da ich mir den Schmerz in einer Welt zu leben,
welche Glauben für Geisteskrankheit hält,
von der Seele geschrieben habe.

Natürlich habe ich mich Wiebke gegenüber
wie ein ziemliiches Schwein benommen,
aber wenn man für einen nur geliebten Menschen
auch keine Verantwortung trägt,
so steht man doch in der Pflicht,
ihm seine Meinung zu sagen,
und das habe ich noch einmal recht umfänglich,
unter anderem auch hier, getan,
- und ich will verdammt sein,
wenn ich es nicht für meine Pflicht halten würde,
gerade weil ich so wenige habe.

Wie soll man meine Darstellungen nennen?
Fragmentarisch und autistisch?
Was für ein Geist ist das,
welcher sich an Fäden entlanghangelt
und das Ganze nie in den Blick bekommt?
Bestimmt kein attraktiver.
Bestimmt kein populärer.

Nun, vielleicht habe ich genug seziert,
vielleicht unterwerfe ich mich der waltenden Kraft
und lasse sie meine Schritte unmittelbarer lenken,
wenn sie das denn vorhat.

Amen.

Labels: , , , ,

Wiebke Freese: Die Bergpredigt



Wie gesagt, die Kontingenz des Lebens ist gar kein allzu großes Problem, anstatt anzufangen, an Gott zu glauben, könnte man sich auch schlicht sagen: Shit happens.

Selbstverständlich braucht jeder Mensch eine Beschäftigung, aber der Zusammenhang zwischen Unerfülltheit und Religion ist kein hergestellter, sondern ein geradezu tautologischer:
Wenn mir alles um mich herum nichts bedeutet, bedeutet mir offenbar etwas noch nicht Vorhandenes alles.
Religion ist also schlicht die Bejahung des sich gegenwärtig nicht einfügenden Lebens im Vertrauen auf die höhere Weisheit und Gewalt der sich entfaltenden Zeit, eine Bejahung, welche sich nicht gegen die Beliebigkeit des eigenen Lebens richtet, sondern gegen seine Vergewaltigung, nicht die Kontingenz ist der Feind, sondern der materielle Determinismus.

Jesus ist ein Vorbild für den Glauben an Gott:
Solches habe ich zu euch durch Sprichwörter geredet. Es kommt aber die Zeit, daß ich nicht mehr durch Sprichwörter mit euch reden werde, sondern euch frei heraus verkündigen von meinem Vater. An dem Tage werdet ihr bitten in meinem Namen. Und ich sage euch nicht, daß ich den Vater für euch bitten will; denn er selbst, der Vater, hat euch lieb, darum daß ihr mich liebet und glaubet, daß ich von Gott ausgegangen bin.
Er will von uns erreicht werden, wir sollen seine Brüder sein, ihm ebenbürtig auf unsere Weise und in unserer Rolle, welche nicht die seine ist, und dazu gehört gleichzeitig mehr als zu träumen und weniger als ihn zum Gott zu erheben.

Jesu Nachfolge ist nicht die Aufhebung der Kontingenz des Lebens, sondern die Entfaltung der menschlichen Würde:
Es ist gut, Sinn im eigenen Leben zu sehen, aber besser, Gott hinreichend gut zu gefallen, um ihn bitten zu dürfen.
 (Ich erklärte Ansprechbarkeit zum Zeichen der Würde. Der tiefere Sinn ist wohl der, daß, wer selber nicht ansprechbar ist, gewiß auch nicht Gott ansprechen darf.)

Zu den Seligpreisungen. Jesus erklärt keineswegs gesellschaftlich Ausgeschlossene zu Vorbildern. Was er sagt ist folgendes:
Allzu leicht vergessen die Stützen der Gesellschaft Gott, aber Gott seinerseits vergißt die gesellschaftlich Ausgeschlossenen nicht.
Nietzsche ist in nichts zuzustimmen. In rein gar nichts. Ein Mann, welcher vor einer alten Mähre zusammenbricht, will auch nicht, daß man ihm auch nur in irgendetwas zustimmt. Gut, das ist übertrieben, aber die Richtung stimmt schon. Freilich ermahnt Jesus Menschen dazu, alles hinter sich zu lassen und ihm zu folgen, aber das hat rein gar nichts mit gesellschaftlich Ausgeschlossenen zu tun und alles mit der eingangs erwähnten Disposition religiöser Menschen.

Das Weitestgehende, was man in dieser Angelegenheit sagen kann, ist erstens, daß der wahrhaft um das Menschliche Bemühte so betrübt über den Zustand der Menschen ist, daß die Gründe, welche zu gesellschaftlichem Ausschluß führen, für ihn oftmals vergleichsweise wenig wiegen, so wie man sich auf dem Schlachtfeld im Nachhinein fragen mag, wozu die am Boden Liegenden eigentlich gefallen sind, und zweitens, daß derjenige, welcher eine Schuld empfindet, gewöhnlich den brennenden Wunsch verspürt, sie wettzumachen, wohingegen der Stolze oftmals in Gleichgültigkeit verfällt, was eben die subjektive Seite des dieser Erklärung vorstehenden Spruchs ist.

Aber dieses beides hebt andererseits das Gesetz nicht auf, daß Menschen nur den Frieden mit einander schließen können, welcher ihnen selbst gerecht erscheint, weshalb selbst Jesus noch fragte, ob nicht doch jemand ohne Sünde anwesend sei. Es ist kein guter Einfall, andere in den Sumpf der eigenen Sünden hineinziehen zu wollen, wie die Geschichte des Ablaßhandels ja auch eindrucksvoll gezeigt hat.

Und in bezug auf die Offenbarung... nun, der Unterschied ist, daß die Sünde ungeschminkt als Sünde regiert, ungeschminkt wenigstens für diejenigen, welche nicht verloren sind, daß es kein Abwägen geben wird, sondern nur Durchbeißen, und daß die Steinigung dieses Mal tatsächlich die Reinen von den Unreinen scheidet, aber nicht auf einen Schlag, sondern in drei Etappen.

Es ist ein wenig abartig, aber es stimmt schon, daß die totale Verderbtnis in sofern ein Segen ist, als sie doch vielen vergleichsweise kleinen Sündern die Gelegenheit geben wird, an den Steinigungen teilzunehmen. Und man täusche sich nicht: Dies ist der einzige Weg zur wiedergewonnenen Weisheit, ohne welche es keinen Neuanfang gibt.

Ich dränge nicht auf dieses Programm, einzig auf den Fall des bereits Gefallenen, denn wer kann es wiederaufrichten, bevor die Menschen nicht zur Einsicht gekommen sind, heute, da es sich Unzählige in Verkehrung und Ungerechtigkeit gemütlich gemacht haben. Wer seinen Grund und Boden halten kann, der muß es tun, aber die übrigen müssen die Kaskade der gegenwärtigen und künftigen Übel erklimmen.

Labels: , , , , , ,

Deisten, Materialisten und wie ihr alle heißt!

Ich habe kein Problem mit der Kontingenz des Lebens,
der Vorstellung, daß ich das Leben nicht unter Kontrolle habe,
sondern eines mit dem Determinismus,
der Vorstellung, daß das Leben mich unter Kontrolle hat.

Labels: , , , , ,

In Ansicht Wiebke Freeses

Wenn jemand ständig zur Lüge greift,
um sich selbst zu schützen,
so ist der Grund dafür, 
daß er sich selbst belügt
und sich durch Notwendigkeit gezwungen sieht.

Denn die Wahrheit trägt nie das Gewand der Notwendigkeit,
wenn sie an uns herantritt,
sondern stets das der Bitte,
auf daß wir erwägen möchten,
auf welchem Pfad die Wahrheit,
welche ja auch unsere ist,
sich bilde:

Was in uns liegt ist ebenso wahr wie das,
was außerhalb unserer liegt,
und leben heißt,
das Ganze anzustreben,
und was also anklopft, befiehlt nicht,
sondern bittet um es auflösende Verbindung.

Labels: , , , , ,

22. März 2017

Schwimmdaten

Frau und Kind sind bei der Schwiegermutter, und also habe ich die Gelegenheit genutzt und getan, was ich sonst nie tun könnte, nämlich einmal zu sehen, wie weit ich mit passabler Geschwindigkeit schwimmen kann.

Passabel heißt hier, wie ich schon zuvor ausführte, 1 Meter in 2 Sekunden zurückzulegen. Entgegen meiner ursprünglichen Annahme, daß ich diese Geschwindigkeit auch für 10 Stunden halten könnte, hat sich nun herausgestellt, daß ich es doch nur für 4 Stunden kann. Ich schwamm die gesamte Strecke auf dem Rücken, die erste Stunde im reinen Froschstil mit genau 1,8 km/h, die zweite mit drei angehängten Kraul-Trippel-Schritten mit genau 2 km/h, die dritte auf ebensolche Weise wieder mit genau 1,8 km/h und die vierte mit fünf angehängten Schritten wieder mit genau 1,8 km/h und danach hätte ich das Tempo senken müssen.

Insgesamt schwamm ich 74 Hundert Meter in genau (+/- 20 Sekunden) 4 Stunden. Ich hatte zunächst 70 Hundert Meter ins Auge gefaßt, aber dann fiel mir ein, daß ich ja nicht 1970 geboren bin.

Beim letzten Mal hatte ich tatsächlich keinen nennenswerten Muskelkater. Dieses Mal leide ich sozusagen von oben her: am meisten der Nacken, dann die Schultern und schließlich die Beine. Das mit dem Nacken wäre sicherlich weniger schlimm gewesen, wenn die Bahn frei gewesen wäre. Nicht, daß ich mich groß umgesehen hätte - ich war schließlich zuerst da - aber ich mußte mich doch notgedrungen etwas gegen planschende Kinder verteidigen.

Ansonsten ist noch zu bemerken, daß das Schwindelgefühl nach dem Schwimmen dieses Mal bis in den Magen hinabreichte und mich eine halbe Stunde lang beschäftigte und nicht bloß eine halbe Minute, wie beim letzten Mal.

Es gibt zweifellos schönere Weisen, sich die Zeit zu vertreiben, und das tue ich für gewöhnlich auch. Mein Schlüssel ist in etwa:
  • 40% Whirlpool
  • 20% Sauna
  • 20% Tauchen
  • 10% (Fuß-)Massage
  • 10% Sonstiges (im Winter draußen nach der Sauna frieren, köpfen, rutschen, im Strudel auf dem Rücken treiben lassen)
- schwimmen tue ich, abgesehen von meinen Standard 50 Metern unter Wasser, nie. Bei sehr gutem Saunaangebot können die Werte für Whirlpool und Sauna auch vertauscht sein. Insbesondere lese ich gerne in der Aromasauna, was Bücher feuchtigkeitsmäßig gerade noch so vertragen. Es hängt natürlich von der Luftfeuchtigkeit ab, aber in einer (hier) üblichen Aromasauna kann ich schon eine Stunde lang bleiben (bei 45°C).

Ein paar Bemerkungen zum Tauchen. Ist die Lunge voll, kann ich auf dem Wasser treiben. Ist sie leer, sinke ich wie ein Stein. Es bereitet mir großes Vergnügen mit leerer Lunge schlicht in tiefere Becken hineinzumarschieren. Freilich muß ich mir die Nase zuhalten, um meine Trommelfelle zu schützen, die andere, dem Ohrenwackeln verwandte Methode, habe ich noch nicht 'raus, aber im großen und ganzen ist es doch ein sehr friedlicher Vorgang.

Was das Atmen betrifft. Ich brauche schon eine halbe Stunde für eine hinreichend gute Vorbereitung. Nach dieser Vorbereitung kann ich (gewöhnlicherweise) 25 Meter mit leerer Lunge tauchen und 50 Meter mit voller. Es ergibt sich also, daß die Saturation des Blutes mit Sauerstoff genauso viel wert ist, wie eine volle Lunge.

Natürlich versuche ich, mich beim Tauchen nicht zu quälen, wie auch in der Sauna und beim Frieren nicht, wiewohl sich bei letzterem schmerzende Füße keineswegs vermeiden lassen, wenn man eine gewisse Strecke über Schnee und Eis zurückzulegen hat, aber die Füße sollten schon der einzige Körperteil sein, dem etwas zu viel zugemutet wird, wie in der Sauna gegebenenfalls die Ohren oder Lippen oder Fingerspitzen, aber gegen derartige Probleme kann man sich ja leicht schützen, wie auch gegen zu heiße Luft zum Atmen - irgendwann ist die Dampfwolke schließlich weitergezogen; Ventilation vorausgesetzt. Freilich, ohne Ventilation sieht das alles etwas anders aus, da können die Bedingungen schon so sein, daß man 'raus muß.

Ansonsten habe ich den Fahrtenschwimmer, seit ungefähr 30 Jahren, aber Kraulen kann ich eigentlich nicht, beziehungsweise nur auf dem Rücken oder zu (kurzen) Demonstrationszwecken, was natürlich kein allzu großes Wunder ist, wenn man bedenkt, daß ich problemlos 50 Meter tauchen kann. Wann mir beim Kraulen die Puste ausgeht, weiß ich nicht, und ich habe auch keine allzu große Lust es herauszufinden, aber mir gelingt es in der Regel nur ungefähr jedes dritte Mal, beim Kopfwenden nach Luft zu schnappen - und das ist zu wenig.

Meinen Rekord auf der Kurzstrecke halte ich wahrscheinlich im Schmetterling in Rückenlage oder indem ich die gesamte Strecke durchtauche. Die erstere Variante mag die schnellere sein, aber sie ist sicherlich nicht schön anzusehen.

So, und damit beschließe ich diese Zusammstellungen von Fakten zweifelhaften Nutzens, aber vielleicht zieht ja doch der eine oder andere Gewinn aus ihr bei seinem nächsten Schwimmbadbesuch.

Labels:

21. März 2017

Sülldorfer Eindrücke

Es ist ein flüchtig Ding,
zwischen Anmut und Unverschämtheit schwankend,
bald die Weiber erhebend, bald sie brütend versammelnd,
was ihr Leben doch sein könnte,
was die Welt ihnen bereithält.

Oh, ich habe es gespürt,
schon mit sechs Jahren,
die Spannung
und auch die Schmach,
daß Erwachsene so ihre Phantasien hegen
und nicht sehen, wie sie in kindischer Erwartung
der Verwirklichung ihrer Träume im Wege stehen.

Denn aus dem vulgären Knäuel
sprießt nur der Stolz, ihm zu entkommen,
und nie die Klarheit, es zu erheben.
Doch seht: Ich habe euch nicht vergessen,
und eurer Würde nichts im Wege steht.

Labels: , , , , , , , ,

19. März 2017

Zeit an uns, Wurzeln zu schlagen.

Im lateinischen Teil Europas ist Schönheit ein Formenkatalog, aus welchem die Bürger nach Belieben wählen.

Im Norden und Osten ist sie ein Versprechen, welches seiner Enthüllung harrt.

Und in Frankreich ist sie ein ausgerollter Plan, welcher die Fragen des Geschmacks verfolgt und Stück für Stück verbindlich klärt.

Die Geschichte des Abendlands ist unter ästhetischen Gesichtspunkten die Heranführung der Franken an das klassische Schönheitsideal. Um 1800 nach Christus herum gebaren sie ihren Kanon, und seitdem erfüllt sich einmal mehr das Schicksal der die Substanz beschneidenden Form, der Fall dessen, welcher sich auf das stellt, welches er trägt, und dabei seinen eigenen Halt verliert:
Die gemachte Welt ist nicht die Welt, auch wenn sie dir gefällt.
Für die Reifen ist es der Anbruch eines neuen Kapitels, für die Unreifen ein Erwachen zu zeitlos Wahrem und für die zur Reife Gelangenden eine Katastrophe.

Labels: , , , , , , , , ,

18. März 2017

Der Zirkel der Unbedarften

Es ist alles erfüllt.
So oder so ähnlich wird man mancherorts begrüßt, bisweilen auch mit Handauflegen.

Es gibt Dinge, die tatsächlich zu erfüllen sind, beispielsweise anderen Menschen zu sagen, was sie wissen sollten, auch wenn dies für einen selbst gefährlich ist.

Gottes Wirken zu bezeugen, ist nicht jedem gegeben, und der, wem es gegeben ist, wird nur dadurch ein Zeuge, daß er bezeugt.

Es ist nichts ausgesuchtes, es ist gegeben wie das Wetter und genauso gegenwärtig, wo immer man auch hingeht, wenn man sich ihm denn stellt.

Es ist spezifisch. Alles, was erfüllt wird, ist spezifisch.

Und was ist erfüllt, wenn ich gutwillig glaube, daß alles erfüllt ist?

Daß vollkommene Gerechtigkeit herrsche, daß alles an seinem Platz ist.

Wo ich denn in reiner Dankbarkeit und verehrender Absicht mein Scherflein beitrüge.

Gewinne ich durch die Vorstellung?

Mag sein, daß sie mich heilte, wenn ich darniederläge, mag sein, daß mich der Sonne Licht an grauem Tag erreichte, mag sein, daß meine Seele sich dem Guten öffnete.

Doch sobald sie etwas finge, bewiese sie, daß just das noch nicht erfüllt wär'. Doch braucht das strebende Herz der Welt Fülle nicht, da es selber voll ist.

Der Zirkel der Unbedarften, welche keine Ahnung davon haben, wie sie das begründen könnten, was sie genießen, für welche Fülle Zauber und nicht Los ist.

Das Gespür der eigenen Wesentlichkeit weint.

Labels: , , , , ,

Einladung zum Zank

Labels:

Zur Front Vorherige Beiträge