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„Daß du nicht weißt, was dir frommt, des faß ich jetzt deines als Pfand!“
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27. August 2016

Zum Griff nach den Sternen

Einigkeit allein stiftet noch keine Zuflucht,
es bedarf der Erkenntnis.

Die Weite des Alls ist der Raum,
welchen die Fragen füllen,
indem sie zu Antworten erwachsen.

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26. August 2016

Die Weltenlieferanten der drei Seelenteile

Die drei Temperamente, Sanguiniker, Choleriker und Melancholiker, oder in meinen Worten materielle, heroische (engagierte) oder philosophische (reflektierte) Gesinnung, beruhen nicht allein auf unterschiedlichen Hinwendungen zur Welt, sondern damit zugleich auch auf unterschiedlichen Hinwendungen zum eigenen Wesen, denn unterschiedliche Teile seiner dienen unterschiedlichen Zwecken.

Ich beschrieb das philosophische Geschäft vormals als Entwicklung der eigenen Begriffe, was ja auch zweifellos stimmt, und doch stellt sich mir die Sache nun merklich anders dar: Im Mittelpunkt steht nicht die Verwirrung oder das Fremdsein in den Begriffen anderer, sondern die eigene Abhängigkeit davon, für sich einen Weg zu finden, auf welchem man die Ideale, an welche man glaubt, verfolgen und entwickeln kann, und man stiftet so nicht bloß für sich Klarheit, sondern eine auf ihnen beruhende Welt.

Daraus erklärt es sich auch, daß der Melancholiker mit der Angst vor Depression und Vergessenheit aufwächst, also davor, diesen Weg nicht zu finden oder ihn zu mißachten, worin wiederum ein Beleg für die Richtigkeit dieser Auffassung liegt, daß das philosophische Geschäft keineswegs ein rein theoretisches ist.

Dieser Frage nachspürend wird man auf unseren begrifflichen Rahmen geführt, in welchem wir stets damit beschäftigt sind, die Welt zusammenzuflicken, und zu diesem Teil wenden wir uns hin, wenn wir das begriffliche Geschäft wählen, nur daß wir dadurch bereits eine ganze Weise zu leben gewählt haben, nämlich jene, welche sich aus den Erfordernissen der logischen Erstreckung ergibt, also zu klären und zu beherzigen.

Ebenso besteht das heroische Geschäft wie zuvor beschrieben in der Maximierung der eigenen Disziplin. Doch auch hier gibt es wiederum eine innere Welt, in welcher sich diese Bestrebung vollzieht: Disziplin ist lediglich ein Spezialfall der begrifflichen Setzung, der Annahme von Annahmen, von welchen wir uns, einmal für sie gewonnen, prägen lassen, nämlich die Setzung, daß der Ausführung des in Frage stehenden Geschäfts, welcher die Disziplin gilt, die höchste Wichtigkeit zukommt. Und so lebt der heroische Mensch im Ganzen; er fragt, welche Annahmen ihn weiterbringen und nimmt sie an.

Freilich läßt sich Vieles annehmen, und wann immer das Angenommene zu einer abschlägigen ethischen Bewertung der realen Verhältnisse führt, erzeugt es Wut, so daß der heroisch Gesinnte mit einer steten unterschwelligen im Potentiellen schweifenden Raserei lebt.

Die innere Welt der materiellen Gesinnung schließlich besteht aus unserer Erwartung, also nur das zu tun, von welchem wir Erfolg und persönliche Angelegenheit erwarten: Das Leben des Sanguinikers ist bloße Bekundung, seiner Zuversicht und seiner Anmaßung.

Indes, gerade letzteres beweist, daß die unterschiedlichen Temperamente parallel existieren, denn jeder horcht auf seine Erwartung, wenn er im Begriff ist, etwas Entscheidendes zu tun. Ich möchte bei den diesbezüglichen Wesensteilen von Gewahrung, Ehrgeiz (nur über Ehre auf der Grundlage von Setzung kann persönlich verfügt werden) und Erwartung sprechen und sie als Weltenlieferanten der drei Seelenteile zusammenfassen, also Gewahrung als Weltlieferant der Sorge, Ehrgeiz als Weltlieferant der Achtung und Erwartung als Weltlieferant der Lust.

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25. August 2016

Altersstolz

Dionysos als jüngster griechischer Gott und Gegenstück zu Apollon verdankt seine Existenz wohl dem Unbehagen der Griechen über das zunehmende Gewicht des letzteren. Apollon verkörpert zweifellos den Gedanken, aus welchem das Zeitalter der Werke entsprang, und wenn Dionysos dem entgegen die bedingungslose Hingabe an die vergötterten Leidenschaften verkörpert, wie sie das Zeitalter der Wacht auszeichnet, so tut er dies bereits aus apollinischer Perspektive, wild und betrunken.

Indes, eine Weile hielt der konservative Impuls, wenn auch auf diese Weise verunstaltet, die Gesellschaft noch zusammen. Es ist jedenfalls ein Zeugnis der Selbsterkenntnis und des Beharrungswillens der Griechen, daß sie dieser Art Zuflucht vor dem Neuen nahmen.

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Der Fallvorsprung des Abendlands

Das frappierende an den letzten paar Jahrzehnten ist, daß die gemeinsame Ausrichtung nicht mehr als Möglichkeit zur koordinierten Bewegung verstanden wird, sondern als Abfederung der unkoordinierten.

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21. August 2016

Art und Regeln der transzendenten Akte

Die Vorstellung der Wirkungsweise der transzendenten Akte im vorigen Beitrag ist sehr allgemein gehalten und verdient einen Nachtrag.

Die materiellen transzendenten Akte bewirken Eindrücke in anderen Subjekten, was allerdings so beschrieben etwas irreführend ist, denn sie betreffen gerade nicht Phänomene, sondern die Eindrücke formenden Kräfte; wenn man so will beeinflussen sie die Eindrücke in anderen Subjekten also indirekt, wobei wir freilich keine direkte Kenntnis jener Kräfte besitzen.

Die Regel, welche diese Art der Kraftabwandlung beherrscht, ist das Gesetz der gleichen Gegenwirkung, weshalb es klug ist, voranschreitende materielle transzendente Akte entweder auf Kleinigkeiten zu richten oder aber in gewichtigeren Angelegenheiten lediglich als Schlichter zu fungieren, das heißt in eine unabhängig von einem bestehende Spannung als Zünglein an der Waage einzugreifen.

Die funktionalen transzendenten Akte bewirken Taten in anderen Subjekten, und die Regel, welche diese Art der Veranlassung zu handeln beherrscht, ist die der Übereinkunft, welche sich indes unreflektiert ergibt.

Die Beeinflussung der Einsichten anderer Subjekte durch ideelle transzendente Akte ist verwickelter, denn die Regel, welche sie beherrscht, ist die des Bundes mit der welterschaffenden Kraft durch das Bekenntnis zu einem einen Seelenteil erhebenden Programm, zum Schönen in Form der Ausnutzung der Naturgewalten, zum Wesentlichen in Form der Aneignung der Transzendenz oder zum Mächtigen in Form der Auswahl der unhinterfragten emotionalen Impulse, wodurch Werke, Wunder und Wacht entstehen.

In diesem Rahmen sind vier verschiedene Formen ideeller Transzendenz zu unterscheiden. Zum ersten besteht zwischen Mitgliedern des selben Bundes, also gleich Bekennenden, gedankliche Affinität, das heißt die Tendenz zu denselben Einsichten zu gelangen, oftmals auch in der selben Lage. Zum zweiten offenbart sich zuweilen die welterschaffende Kraft den ihr Verbundenen. Und zum dritten und vierten haben wir das Bekenntnis selbst, welches auf die welterschaffende Kraft gerichtet ist: ein Mal, um sie gemäß dem Bekenntnis auszutragen, das andere, um das Bekenntnis in sie einzubringen.

Ob und in welchem Maße sie sich gemäß einem Bekenntnis austragen läßt, hängt davon ab, ob und in welchem Maße dieses Bekenntnis der welterschaffenden Kraft bereits zur Verbindung dient. Auf diese Weise ergibt sich also als drittes der Fall der persönlich zurücksetzenden, aber geschichtlich voranschreitenden ideellen transzendenten Akte und als viertes jener der persönlich voranschreitenden, aber geschichtlich zurücksetzenden. Anders ausgedrückt schenkt man sich ein Mal einer schaffenden Schule und beginnt selbst ein neues Leben, und das andere verankert man sie in der eigenen Erfahrung, so daß ihr durch die veränderte Verankerung vollzogener Wesenswandel eine neue Epoche beginnt.

Wer sich also schenkt, opfert seine zukünftige Kraft, und wer verankert, seine bisherigen Aussichten. Beides ist für die jeweils in Frage stehende Form der persönlichen Teilhabe an der Welterschaffung unerläßlich.

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19. August 2016

Nochmals zu Immanenz und Transzendenz

Einsicht erzeugt die Welt des Begreifens, der Verhältnisse, Entscheidung erzeugt die Welt des Verantwortens, der Taten, Besinnung erzeugt die Welt des Formens, der Eindrücke, eine Welt in den Möglichkeiten der anderen wurzelnd, wobei erst das Verhältnis des Seins als Reflexion des Verhaltens alles zu eigentlichen Welten weitet.

Die Rede von Immanenz und Transzendenz wurzelt in der Annahme, daß es mehr als nur ein Subjekt gibt, und daß sich diese verschiedenen Subjekte ordnungsgemäß durch die objektive Welt beeinflussen, in welchem Fall eben Immanenz vorliegt, wohingegen Transzendenz dann vorliegt, wenn ein anderes Subjekt wesensgemäß beeinflußt wird.

Das der Ordnung Gemäße entspricht dem Wesen Gemäßen vieler anderer Subjekte, welcher sich das betrachtete Subjekt bedient. Ein scheinbarer Bruch der Ordnung, etwas, das gemeinhin als Wunder bezeichnet wird, erfordert eine wenigstens temporäre und partielle Lösung der Inanspruchnahme dieser Subjekte bei gleichzeitiger Bekräftigung des eigenen Wesens, aber der übliche Ausdruck der Transzendenz besteht nicht im Bruch der Ordnung, sondern im lediglich Unerklärlichen oder Unwahrscheinlichen.

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18. August 2016

Vom Wiedererkennen

Das Schöne wird durch die Einsicht gebildet, das Wesentliche durch die Entscheidung und das Mächtige durch die Besinnung.

Ihre natürlichen Metaphern sind Berg und Vogel als Ort und Nießer des Ausblicks, Baum und Fluß als veranschaulichte Verzweigung und Sonne und Feuer als sichtbar gewordene Kraft.

Der Sternenhimmel evoziert die Myriaden Möglichkeiten zu verstehen, indem er sich dem Betrachter gemäß seinem Fokus zeigt. Er öffnet den Geist für das Schöne.

Der Mond und die See evozieren die Notwendigkeit zu handeln, indem sie an die Gegenwart des Anderen gemahnen. Sie öffnen den Geist für das Wesentliche.

Nebel und Regen evozieren die Anlage zu erwachsen, indem sie allem Leben Wasser zuführen. Sie öffnen den Geist für das Mächtige.

Diese Öffnungen sind unbedingte Haltungen, also Haltungen, welche sich im gegenwärtigen Handeln ausdrücken, und sie sind seelisch substantiell, das heißt funktionale Bestandteile der Bewegung des Gemüts.

Jeder Mensch kennt sich gut genug, um seine Abhängigkeit vom Schönen, Wesentlichen und Mächtigen zu verstehen, und manchmal, wenn er vor einem Bild steht, erkennt er sein eigenes Wesen in ihm wieder.

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15. August 2016

"Why AP says it goes to Sanders"

Having heard Alex announce that he'll publish a special report on the California Democratic Primary, which was held on June 7th, 2016, and which Clinton reportedly won 53:46 over Sanders, I started sifting through the videos that Alex published since until I finally found this report titled Breaking Secret Group Running U.S. Elections Discovered as opposed to, say, How Clinton Stole California From Sanders and in it I finally, that is to say at 29:32, came across what appears to be some substantial information.

The report.


The information.
You wanna know when they said the AP met the day before the California primary, the key final primary, and decided Bernie Sanders, you know, AP: Why AP says it goes to Sanders is the head-line, AP, and they said: Oh, we went to a superdelegate meeting in a rich guy's house and they just said they weren't going to go for Sanders so it didn't matter, so we asked: Who is for Sanders, who wasn't? and then collated it and it was Hillary winning by 60-something percent. And that was in the New York Daily News.
Still, I don't know whether there's anything suspicious here and won't until I have the AP report lying before me. So, the report is at http://bigstory.ap.org/779b7012af24446289623a968926ec04 and in it it says
AP count: Clinton has delegates to win Democratic nomination

WASHINGTON (AP) — Hillary Clinton has commitments from the number of delegates needed to become the Democratic Party's presumptive nominee for president, and will be first woman to top the ticket of a major U.S. political party. An Associated Press count of pledged delegates won in primaries and caucuses and a survey of party insiders known as superdelegates shows Clinton with the overall support of the required 2,383 delegates. Now the presumptive nominee, she will formally accept her party's nomination in July at the Democratic National Convention in Philadelphia.
and the New York Daily News did indeed comment on it: http://www.nydailynews.com/news/politics/king-hillary-clinton-not-won-democratic-primary-article-1.2664569.

So, Alex is almost stunningly wrong about the details, starting with mistaking Clinton for Sanders. The "Gestalt" however of what he says is believable enough, only that there is nothing in terms of evidence here to support an actual vote theft.

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